Toilettepapierkrise in Venezuela

Kein Toilettenpapier in VenezuelaIn dem südamerikanischen Land Venezuela herrscht derzeit, wie "The Guardian" berichtet, eine Toilettenpapierkrise. In keinem Geschäft, in keinem Supermarkt ist der begehrte Hygieneartikel mehr zu bekommen. Gibt es doch vereinzelte Lieferungen, so ist der Ansturm riesig und Kunden können nur mit Glück etwas von der Ware erhalten.

Ein 71 Jahre alter Venezuelaner der zu dem Problem interviewt wurde sagte, er habe  so etwas in seiner ganzen Lebenszeit noch nicht erlebt. Eine andere Passantin berichtet "Ich suche schon seit zwei Wochen danach und man hat mir erzählt hier gäbe es noch etwas. Jetzt steh ich hier in der Schlange".

Verantwortung für Toilettenpapierknappheit wird bei Politikern gesehen

Der venezolanische Wirtschaftsminister Alejandro Fleming macht regierungskritische Medien dafür verantwortlich, mit einer Kampagne zur Destabilisierung für eine gesteigerte Nachfrage gesorgt zu haben. Von Ökonomen wird die Verantwortung allerdings bei den staatlichen Preiskontrollen und dem künstlich niedrig gehaltenen Dollar-Wechselkurs gesehen. Diese hindern derzeit viele Firmen, ihre Produktionsmittel im Ausland einzukaufen und so können diese dann z.B. kein Klopapier mehr produzieren. Neben Toilettenpapier sind auch Milch, Zucker, Kaffee, Mais, Mehl, bestimmte Fleischsorten und Seife nur noch selten in den Regalen der Märkte zu finden.

Von staatlicher Seite gibt es nun Bemühungen 50 Millionen Rollen Toilettenpapier sowie 760.000 Tonnen Nahrungsmittel zu importieren, um das Defizit aus zu gleichen. Damit das Problem jedoch langfristig gelöst werden  kann, muss die Politik dafür sorgen, dass die Venezolanische Wirtschaft in die Lage versetzt wird die Toilettenpapier und Nahrungsversorgung der Bevölkerung ohne Importe zu gewährleisten.

Bild: Peter Röhl  / pixelio.de

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